Ein Gastbeitrag von Alina Hodzode

Wie geschieht Veränderung im Individuum? Ist sie angeboren oder aber wird sie über Schmerz getriggert? Kann Meditation ein effektives Werkzeug dafür sein, die Veränderungsbereitschaft in Organisationen über die Veränderungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter positiv zu beinflussen? Mit dieser Frage haben meine Geschäftspartnerin und ich uns in den letzten Jahren vor allem im praktischen Kontext der Meditationstrainings und Bewusstseinsschulungen mit Meditation auseinandergesetzt.

Im Folgenden möchte ich die Eigenschaften vorstellen, die Veränderungsfähigkeit fördern und gleichzeitig durch Meditation geschult und gestärkt werden können:

  1. Vertrauen

Für die Entwicklung von Beweglichkeit braucht jeder ein in sich verankertes Grundvertrauen – in die eigenen Fähigkeiten und in die Fähigkeiten des Teams. Dieses Vertrauen entwickelt sich, je mehr die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten dem Einzelnen bekannt sind. Es äußert sich unter anderem auch darin, dass wir gelassener mit negativen oder störenden Einflüssen umgehen. (Shonin,Van Gordon, Dunn, Singh, Griffiths, 2014)

  1. Routine im Ungewissen

Es bedarf Lust und Mut, über „den eigenen Schatten“ zu springen, um sich auf ganz neue und oft unbekannte Situationen einzulassen. Dies kann jeder üben und eine Routine darin aufbauen.

Denn je routinierter und vertrauensvoller ein jeder im Umgang mit dem Ungewissen ist und sich auf unkontrollierbare und nicht einzuschätzende Situationen einlassen kann, desto mehr Neues darf entstehen und desto mehr Offenheit kann sich dementsprechend für neue Arbeits-, Struktur- und Unternehmensmodelle entwickeln (Li‐An Ho, 2011).

  1. Neue Werkzeuge der Transformation

Je besser das Bewusstsein für eigene Energien und Ressourcen ist, desto wirkungsvoller und auch effektiver können diese zum Einsatz kommen. Jeder kann sich gezielter und wirkungsvoller dort in einen Prozess der Veränderung einbringen, wo das eigene Potenzial am besten wirkt.

Tut dies das ganze Team, ist es als Gruppe nicht nur extrem lösungsorientiert, sondern agiert vor allem ökonomisch (Shonin, Van Gordon, Dunn, Singh, Griffiths, 2014).

Jeder einzelne und das Team gemeinsam sind in der Lage, sich selbst zu befähigen, die nächsten Schritte zu gehen – also das aus dem Weg zu räumen, was begrenzt oder den Weg versperrt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Aufgaben geht, für die sich im Team niemand zuständig fühlt und die deshalb ausgelagert werden, oder um eigene innere Begrenzungen/Ängste, die überwunden bzw. aufgelöst werden.

  1. Identität und Identifikation

Das Ensemble der zuvor genannten Punkte schafft Klarheit über die eigene Identität. Und je stärker diese bewusst ist, desto besser können motivierende Übereinstimmungen zwischen eigenen Werten und den Werten des Unternehmens ausgemacht werden (Davidson, 2008).

Mit diesen vier Eigenschaften ausgerüstet, hält unserer Erfahrung nach selbst eine zuvor zurückhaltende Führungspersönlichkeit kaum mehr etwas davon ab, neue Wege zu erkennen, zu ermöglichen und zu erfahren.

Erlernen lassen sie sich am effektivsten durch Meditation. Meditation in Unternehmen wird dann gezielt zur Schulung des Bewusstseins genutzt.

Um diese Bewusstseinsschulung zu intensivieren und dem Alltag der heutigen Zeit entsprechend effektiv zu gestalten, entwickelten wir aus der anfänglichen Fragestellung heraus Soulful Meditation. Eine besonders effektive Meditationsform, die Tiefenbewusstsein und Energiearbeit zusammenbringt.

Das Einlassen auf das Ungewisse, die Schulung des Erschließens von inneren Bewusstseinsräumen durch die Praxis von Soulful Meditation bedient in der Praxis die Bedürfnisse moderner Organisationen.

Denn: Je bewusster sich jeder selbst erfährt und erfasst, mit allen Ängsten, Begrenzungen und Widerständen, desto stärker ist die Fähigkeit sich klar zu positionieren, eigene Begrenzungen zu überwinden und eine offene und veränderungsfähige Haltung zu etablieren.

Veränderung heißt in erster Linie, alte Muster zu überwinden und all das aufzulösen, was bisher daran hindert, das volle Potential zu leben.

Aus dieser Erkenntnis heraus haben wir eine spezielle Form der Meditation entwickelt und Programme, die Mitarbeiter und Führungskräfte gezielt in den oben genannten Eigenschaften schulen und ihre Changeability fördert.

Zum ausführlichen Artikel „Changeability“ – 4 Eigenschaften für Veränderung"

 

Über Alina Hodzode:

Alina Hodzode ist Co-Founderin von Integrale Vision. Mit ihrem Team unterstützt sie Unternehmen dabei, Veränderungsprozesse zu gestalten, zu kommunizieren und die Mitarbeiter durch diese Prozesse zu begleiten. In Workshops und begleitende Online Trainings wird Soulful Meditation als gezieltes Werkzeug der Persönlichkeitsentwicklung und Bewusstseinsschulung für Kulturwandel und Mitarbeiterförderung in Unternehmen eingesetzt.


Weitere Infos zu Alina Hodzode und ihrer Arbeit:

https://integrale-vision.de/

http://soulful-meditation-corporate.de/


Quellen:

Li‐An Ho, (2011): „Meditation, learning, organizational innovation and performance“, Industrial Management & Data Systems, Vol. 111 Issue: 1, pp.113-131, doi: 10.1108/02635571111099758

Shonin,Van Gordon, Dunn, Singh, Griffiths, (2014): Meditation Awareness Training (MAT) for Work-related Wellbeing and Job Performance: A Randomised Controlled Trial, Int J Ment Health Addiction (2014) 12:806–823,Edo Shonin & William Van Gordon & Thomas J. Dunn & Nirbhay N. Singh & Mark D. Griffiths.

Richard J. Davidson (2008): Buddha’s Brain: Neuroplasticity and Meditation, Published in final edited form as: IEEE Signal Process Mag. 2008 January 1; 25(1): 176–174. Richard J. Davidson [Director] and Antoine Lutz [Associate Scientist], University of Wisconsin-Madison

Foto: Pixabay

 

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