Bezahlte Arbeit macht einen Großteil unseres Lebens aus. „Ein Leben ohne Arbeit könnte ich mir nicht vorstellen“, hört man oft. Insofern überrascht es nicht, dass Studien zum individuellen Wohlergehen darauf hinweisen, dass Arbeit wichtig für Lebenszufriedenheit und Glück ist – in den USA, Großbritannien und anderswo. (Blanchflower and Oswald, 2011)

Doch wie glücklich sind wir tatsächlich bei der Arbeit? Die britischen Wissenschaftler Bryson und MacKennon haben einen Weg gefunden, dies zu messen. Mit der Smartphone-App Mappiness fragten sie seit August 2010 einmal am Tag den augenblicklichen Glückszustand ab. Mittlerweile haben sie über 1 Million Datensätze von Zehntausenden Briten gesammelt.

An zufälligen Momenten des Tages machte die App „bing“ und die Studienteilnehmer mussten dann genaue Angaben machen: Was tun sie gerade, wo, mit wem und wie fühlen sie sich dabei? Die Forscher wollten dem Zusammenhang zwischen dem Wohlergehen eines Individuums und bezahlter Arbeit auf die Spur kommen.

Die Effekte der Arbeit wurden in zwei Aspekten ausgewertet: Glück und Entspannung. Das Ergebnis: Bezahlte Arbeit wird schlechter bewertet als alle anderen 39 Aktivitäten des Tages – mit Ausnahme der Aktivität „krank im Bett liegen“.

Unser Glücksgefühl sinkt um 7-8 Prozent, wenn wir arbeiten. Einen noch größeren negativen Einfluss hat Arbeit auf die Entspannung.

Dennoch – wie unglücklich und angespannt man beim Arbeiten ist, hängt auch von den Umständen ab:

  • wo man arbeitet (zu Hause, auf der Arbeit, woanders)
  • ob die Arbeit mit anderen Aktivitäten kombiniert ist
  • ob man allein oder mit anderen zusammen ist
  • die Tages- oder Nachtzeit, zu der gearbeitet wird

Dies bestätigt vergangene Studien, u.a. von Kahneman et al. (2004).


Quellen:

Are you happy while you work?, Bryson/MacKerron, 2013

Blanchflower D. and Oswald A. (2011) “International happiness: a new view on the measure of performance”, Academy of Management Perspectives, 25, 1: 6-22.


Kahneman, D., Krueger, A.B., Schkade, D.A., Schwarz, N. and Stone, A.A. (2004). “A survey method for characterizing daily life experience: the day reconstruction method”, Science, 306, 5702: 1776–80

Foto: Unsplash.com, Remy Bauduoin
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