Schon der kleinste Verlust an Kontrolle hat einen dramatischen Einfluss auf Selbstbewusstsein, Glück und Lebenserwartung der Menschen.

Dies hat Ellen Langer (Harvard University) in einer mittlerweile zu den Klassikern zählenden Studie bewiesen.

Dabei gab man der Hälfte der Bewohner eines Seniorenheims eine Topfplanze mit der Bitte, sich um sie zu kümmern. Die andere Hälfte bekam ebenfalls eine Topfpflanze – allerdings teilte man ihnen mit, dass das Personal dafür verantwortlich sein werde.

Nach sechs Monaten waren diejenigen Bewohner, denen man auch den letzten Rest Kontrolle genommen hatte, bedeutend weniger glücklich, gesund und aktiv. Beunruhigend war auch, dass 30 Prozent von ihnen verstorben waren – in der Gruppe der Pflanzen pflegenden Senioren waren es nur 15 Prozent.

Diese Studie wurde mehrfach in verschiedenen Settings wiederholt und kam immer zum selben Ergebnis: Wer das Gefühl hat, wenig Kontrolle über sein Leben zu haben, hat weniger Erfolg und ist physisch und psychisch kränker.

Fazit: Für die Arbeitswelt bedeutet das: schlechte Nachrichten für Mikromanagement – gute Nachrichten für Selbstorganisation und andere Formen der Zusammenarbeit, die Eigeninititative und Selbstständigkeit erfordern.

Quelle: J. Rodin and J. E. Langer (1997). Long-term Effects of a Control-Relevant Intervention with the Institutionalized Aged. Journal of Personality and Social Psychology, 35 (12), pages 897-902.

Foto: Gratisography

 

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