Menschen, die Fehler machen, werden als sympathischer wahrgenommen als solche, die perfekt erscheinen. Der „pratfall effect“ („Reinfall-Effekt“) wurde u. a. von Elliot Aronson (University of California) nachgewiesen.

Den Studienteilnehmern wurden Tonaufnahmen eines Studenten vorgespielt, auf denen er über seine Teilnahme an einem Quiz berichtet und etwas über seinen Lebenslauf erzählt. Er hatte in dem Quiz sehr gut abgeschnitten (über 90 Prozent richtige Antworten) und gab auf bescheidene Weise zu, ein rundum erfolgreiches Leben zu führen.

Allerdings gab es zwei Versionen der Tonaufnahme:

Während in der ersten Aufnahme alles perfekt lief, hörte man in der zweiten Version, wie der Student beim Erzählen seine Kaffeetasse umwarf und damit seinen neuen Anzug ruinierte.

Danach sollten die Studienteilnehmer bewerten, wie sympathisch sie den jungen Mann fanden. Obwohl der einzige Unterschied in der umgeworfenen Kaffeetasse bestand, wurde der Erzähler in der zweiten Tonaufnahme als viel sympathischer bewertet.

Fazit: Fehler zu machen und zuzugeben, erhöht die Sympathiewerte. Zeit für eine neue Fehlerkultur in Unternehmen.

Quelle: E. Aronson, B. Willerman and J. Floyd (1966). The Effect of a Pratfall on Increasing Interpersonal Attractiveness. Psychonomic Science, 4, pages 227-8.

Foto: Gratisography

 

Advertisements